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Aussaat im Februar: Jetzt wachsen Paprika, Chili und Co.

  • Beitrags-Kategorie:Garten
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  • Beitrag zuletzt geändert am:Februar 21, 2023
  • Lesedauer:12 min Lesezeit

Der Februar ist meistens kalt und ungemütlich und erinnert mich wirklich gar nicht an mein Gemüsebeet. Trotzdem startet spätestens jetzt im Jahr die Gartensaison! Den Vorreiter machen nämlich Paprika und Chili, die brauchen besonders lange zum wachsen und werden jetzt schon im Schutz der eigenen vier Wände vorgezogen. Ich starte meine Aussaat im Februar und nehme dich dabei mit!

Was brauche ich zur Aussaat im Februar?

Wer das Jahr über Töpfe und Schalen gesammelt hat, darf sich jetzt freuen: Wir haben bereits vorgesorgt! Neben kleinen Töpfen und Anzuchtschalen eignen sich aber zum Beispiel auch diese durchsichtigen Plastikschalen, in denen oft Gemüse wie Cherrytomaten abgepackt ist und die wir sonst wegwerfen würden. Diese brauchen nur ein paar Löcher unten, damit die Erde nicht schimmelt und können dann super zur Vorzucht genutzt werden!

insgesamt brauchst du:

  • Saatgut (Am besten Bio und Samenfest)
  • Töpfe oder Schalen
  • Wärmequelle (Platz nahe der Heizung, Wärmematte, Wärmelampe, mini-Gewächshaus …)
  • Anzuchterde
  • evtl. Wasserfang unter den Töpfen
Damit sich das überschüssige Gießwasser nicht über der Fensterbank verteilt, brauchen wir einen Wasserfang. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass wir für jeden einzelnen Topf einen passenden Untersetzer parat haben. Ziehst du deine Pflänzchen in einer Anzuchtschale vor, erübrigt sich das Problem. Ansonsten nutze ich gerne diese langen einfachen Schuhablagen von Ikea. Die sind sehr günstig, haben einen Rand um das Wasser aufzufangen und bieten viel Platz für unsere Töpfe!

Welche Erde eignet sich zur Vorzucht?

Zur Vorzucht eignet sich spezielle Anzuchterde am allerbesten, denn diese ist feiner als normale Gartenerde und bietet den Samen bessere Wachstumsbedingungen. Kompost- oder Düngererde ist zu nährstoffreich und würde die jungen Pflanzen schnell „überfüttern“.

Chili und Paprika vorziehen - vom Samen bis ins Beet

Am Anfang unserer Aussaat im Februar steht die Vorbereitung: Unsere Samen haben wir in Bio-Qualität und (für mich ganz wichtig!) „samenfest“ gekauft. Das bedeutet, dass ich aus den Paprika, die ich dieses Jahr ernten werde, eigene Samen nehmen und sie nächstes Jahr vermehren kann.

Als Anzuchttöpfe nehme ich die vielen kleinen Töpfchen, die sich mit der Zeit bei mit angesammelt haben. Ich säe die Pflanzen nicht erst in einer großen Pflanzschale aus, sondern direkt in die Töpfe. Das hat den Vorteil, dass ich sie später nicht pikieren muss.

Die Anzuchterde besorge ich im Baumarkt.

Sind alle Vorbereitungen getroffen, säe ich die Samen ein. Dazu befülle ich den Topf etwa 3/4 mit Erde und drücke die Erde etwas fest. Dann gebe ich den Samen hinein und fülle noch eine kleine Schicht Erde obendrauf. Diese wird jetzt wieder leicht festgedrückt, nicht zu fest, nur so, dass der Samen einen guten Kontakt zur Erde hat und beim Gießen nicht herausgespült wird.

Jetzt brauchen unsere Samen Feuchtigkeit und Wärme. Meine Anzuchttöpfe stehen auf oder nahe dem Fensterbrett und in Nähe der Heizung, so dass sie genügend Licht und Wärme abbekommen. Die Erde sollte gerade bei einer Beheizung jeden Tag gewässert werden und konstant feucht (aber nicht nass) gehalten werden, damit die Samen keimen können.

Jetzt brauchen die Samen noch 7-14 Tage um zu keimen. Dann sollten sich langsam die ersten „Köpfe“ aus der Erde schieben. Die Blätter die sich hier als erstes öffnen sind die Keimblätter. Die „richtigen“ Blätter entwickelt die Pflanze als nächstes. Möchtest/ musst du deine Pflanzen pikieren, warte am besten ab, bis deine Pflanze etwa zwei bis drei ihrer „echten“ Blätter gebildet hat.

Hat deine Pflanze schon ein paar Blätter entwickelt und ist etwas gewachsen, kannst du sie pikieren. Das bietet sich an, wenn du deine Samen dicht beieinander in einer Pflanzschale ausgesät hast und sich die Wurzeln der Pflanzen später in die Queere kommen würden.

Jetzt kannst du auch normale Blumen- oder Gartenerde verwenden, die zusätzlichen Nährstoffe helfen deiner Jungpflanze jetzt beim Wachsen.

Ab Mitte Mai kommen unsere Chilli- und Paprikapflanzen endlich ins Gemüsebeet! Dazu werden sie schonend umgepflanzt und sofort kräftig gewässert, damit sie gut anwachsen. Wichtig ist, dass die Nächte jetzt vollständig Frostfrei sind, damit deine Pflanze vor Frost sicher ist.

Achte bei der Wahl deines Standortes auf einen sonnigen Platz mit lockerem Boden. 

Wie halte ich die Anzuchttöpfe warm?

Paprika sind in warmen Regionen zu Hause und brauchen dementsprechend viel Wärme und Licht, um zu keimen und sich anschließend zu entwickeln. Da der Februar in Deutschland meist wenig Sonne und Wärme für uns vorgesehen hat, schadet es nicht, mit künstlicher Wärme nachzuhelfen.

Eine der einfachsten Methoden deine Jungpflanzen konstant warm zu halten ist es, ihnen einen Platz nahe der Heizung zu suchen. Meist befindet sich zu Heizung unter der Fensterbank, so dass deine Pflanzen hier sowohl Sonne als auch Wärme abbekommen.

Sollte ein Platz an der Heizung nicht möglich sein, bietet sich auch das zusätzliche Beheizen mit einer Wärmematte oder einer Wärmelampe an. Eine Wärmelampe hat hier den Vorteil, dass sie neben Wärme eben auch Licht spendet.

Eine Kunststoff- oder Glasabdeckung kann auch dabei helfen, die Wärme zu halten.

Wie viel Licht brauchen meine Jungpflanzen?

Paprikapflanzen brauchen jede Menge Sonnenlicht, um gut zu gedeihen. Idealerweise sollten sie mindestens sechs Stunden pro Tag direktes Sonnenlicht abbekommen. Wenn die Pflanzen nicht genug Licht bekommen, steigt die Gefahr, dass sie langsamer wachsen, vergeilen oder schwach werden.

Wenn du Paprika im Haus vorziehst, solltest du sie unter einem Fenster mit viel Sonnenlicht oder unter einer Pflanzlampe anbauen. Wenn du sie später ins Freiland pflanzt, ist es am besten, einen Standort zu wählen, der mindestens sechs Stunden täglich direktes Sonnenlicht abbekommt.

Das alles sind Idealbedingungen und es ist super, wenn man das alles so umsetzen kann und am ende super gesunde und kräftige Pflanzen bekommt! In meiner ersten Wohnung habe ich allerdings auch Paprika und Chili vorgezogen, und das an einem Fenster (wohlgemerkt der hellste Raum meiner damaligen Wohnung) das im Februar nur höchstens zwei Stunden direktes Sonnenlicht bieten konnte. Meine Paprika sind in diesem Jahr auch alle gewachsen und als sie dann ins Beet kamen und super viel Sonne abbekommen konnten, haben sie noch einen richtigen Schub gemacht! In diesem Jahr habe ich letztendlich auch eine riesengroße Ernte gehabt, trotz der schlechten Startbedingung. Es geht also auch anders! 

 

Die erste Blüte - was ist jetzt zu tun?

Ohje, die Paprika steht noch auf der Fensterbank, draußen gibt es weiter Nachtfröste und jetzt kommt die erste Blühte schon viel zu früh? Ein kleiner Tipp: Wenn du die erste Blüte, die sogenannte „Königsblüte“ rausbrichst, gibst du deiner Pflanze die Gelegenheit, noch größer zu werden und später sehr viel mehr Blüten und damit auch Früchte zu bilden! 

Blüht deine Paprika im Freiland ist die Zeit gekommen sie zu düngen und ihr die Nährstoffe zuzuführen, die sie braucht um gesunde und große Früchte auszubilden.

Los gehts!

Paprika und Chili sind meiner Erfahrung nach relativ einfache, dekorative und ertragreiche Pflanzen im Gemüsebeet. Sind die ersten kritischen Wochen überstanden, in denen die Jungpflanzen schnell eingehen wenn sie nicht ausreichend warm, feucht und hell gehalten werden, entwickeln sich absolut robuste und stabile Pflanzen, die viele Früchte ausbilden und den ganzen Sommer über bis zum ersten Frost neue Früchte tragen können! 

Über die Autorin

Hallo, mein Name ist Hanna Rose und das ist der Kräuterhain!

Hier nehme ich meine Leser*innen mit in den Garten, die Küche und den Sammelpfad. Wenn ich dich dabei inspirieren, dir helfen oder einfach ein paar Tipps und Anregungen geben kann, freue ich mich!

Als Bloggerin arbeite ich ständig daran, meinen Leser*innen einen Einblick in meinen Alltag zu geben und mühsam gesammelte Erfahrungen und Wissen weiter zu geben. Du bist herzlich eingeladen, mich auf meinem Weg zu begleiten!

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Die Informationen in meinen Beiträgen trage ich persönlich und mit größter Sorgfalt zusammen. Die von mir erstellten Texte und Medien dienen ausschließlich der Unterhaltung. Bei gesundheitlichen Beschwerden können im Internet recherchierte Informationen niemals einen Arztbesuch ersetzen! Zur Bestimmung von Pflanzen und Pilzen empfehle ich immer mehrere Quellen zu Rate zu ziehen und im Zweifelsfall die Meinung eines*er Experten*in einzuholen, um gefährliche Verwechslungen zu vermeiden.

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